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Aktuelles - News und Berichte

!! Änderung der Jagdzeiten !!

Gemeinsame Pressemitteilung von

Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland LV
Hessen (BUND Hessen e.V.), Familienbetriebe Land- und Forst Hessen e.V., Hessischer Waldbesitzerverband
e.V., Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Naturschutzbund Deutschland (NABU Hessen e.V.),
Ökologischer Jagdverband Hessen (ÖJV Hessen)

Wichtige Entscheidung für den Wald im Klimawandel
Verbände begrüßen die Vorverlegung der Jagdzeiten


Eine breite Allianz aus Interessensverbänden des Waldes, der Jagd und des Naturschutzes begrüßt die von der
Hessischen Umweltministerin Priska Hinz ermöglichte Vorverlegung der Jagdzeit auf Rehe, Rothirsche und
andere Schalenwildarten auf den 01. April. „Mit der vorverlegten Jagdzeit ist eine wichtige Voraussetzung für
den erfolgreichen Waldumbau geschaffen worden, den der Klimawandel durch die Dürre der letzten Jahre aus-
gelöst hat“, betonen Christian Raupach vom Hessischen Waldbesitzerverband und Jörg Nitsch der Vorsitzende
des BUND in Hessen gemeinsam im Namen der breiten Verbändeallianz und freuen sich über die schnelle Re-
aktion der schwarz-grünen Landesregierung.
Vorausgegangen war der Entscheidung ein Konsultationsprozess, in dem sich die Verbände für den früheren
Beginn der Jagdzeit eingesetzt hatten. Das Vorziehen der Jagdzeit vom 01. Mai auf den 01. April wurde erfor-
derlich, weil die Vegetation bedingt durch den Klimawandel im Frühjahr inzwischen drei Wochen früher aus-
treibt und damit die Jagd ab Mai erheblich erschwert.
Ein an die ökologischen Bedingungen angepasste Bejagung ist aktuell besonders wichtig, weil die Schalen-
wildbestände durch das klimabedingte Waldsterben zunehmen werden. Zunehmende Bestände beim Schalen-
wild führen aber zu einem erhöhten Wildverbiss bei jungen Bäumen, deren Aufwachsen auf den im letzten
Sommer entstandenen Waldschadensflächen besonders wichtig ist. Die Vorverlegung der Jagdzeit ist somit ei-
ne wichtige Hilfe bei der anstehenden Herausforderung, die vielen und großen Kahlflächen wieder zu bewal-
den. Das Ziel sind baumartenreiche Mischwälder, die die größten Chancen bieten, die Klimaveränderungen zu
überstehen. Die natürliche Aussaat der Bäume führt oftmals zu weitaus größerer Artenvielfalt als eine forstli-
che Pflanzung von Jungbäumen.
Mit dem Beginn der Jagdzeit am 1. April kann vor Beginn der Vegetationszeit auf Rehböcke und einjährige
weibliche Rehe sowie einjähriges Rot-, Dam- und Muffelwild gejagt werden. Die Jagdpächter*innen können
nun im Gespräch mit den Waldbesitzer*innen und in Abhängigkeit von der örtlichen Situation selbst entschei-
den, ob sie von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen wollen. Generell ist vor allem das Rehwild im April
sehr aktiv und damit sicht- und bejagbar wie sonst im ganzen Jahr nicht. Die jagdlichen Erfolgsaussichten sind
daher ausgesprochen günstig. Alle Verbände empfehlen, die Phasen intensiver Wildbewegung in ihren Revie-
ren jagdlich konsequent zu nutzen und in Phasen geringer Wildbewegung sowie der intensiven Jungenaufzucht
dem Wild Ruhe zu gönnen. Dies können zum Beispiel die Monate Juni und Juli sein.
Damit verfolgt die Ministerin weiter konsequent die Umsetzung des 12-Punkte-Plans für den Wald, der es er-
möglichen soll, dass die stark geschädigten Wälder Hessens schnell und naturnah wieder aufwachsen können.

Hintergrundinformation:

Hessen ist bundesweite Spitze bei den Wildschäden im Wald. 2018 waren 3 % der Fichten und 0,8 % der Bu-
chen frisch geschält, 2012 laut Bundeswaldinventur 24,3 % der ungeschützten jungen Bäume (aller Baumar-
ten) verbissen.

Rückfragen beantworten

Christian Raupach | Hessischer Waldbesitzerverband e.V. | Tel.: 0172 7803829
Thomas Norgall | stellv. Geschäftsführer BUND Hessen | Tel.: 0170 2277238
Stephan Boschen | ÖJV und ANW | Tel.: 0172 9000 364
Pressestelle

Lynn Sophie Anders
069 677376 43

www.bund-hessen.de
BUND Landesverband Hessen e.V.
Geleitsstraße 14
60599 Frankfurt am Main

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