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Samstag, 24. August 2019
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Mitgliederbrief_2019_2
10.07.2019 - 13:31 von weisstanne



Dieser Brief wird allen ANW-Mitgliedern noch als Postsendung zugestellt.



Liebe ANW-Mitglieder!


Die außerordentliche Situation im Wald und um den Wald herum gibt Anlass zu diesem Brief in der Jahresmitte. 2018 hat sich mit dem Zusammenfallen der Klimaereignisse und ihrer dramatischen Zuspitzung für den Wald wie auch für unsere Arbeit eine Zäsur ereignet und jeder spürt, dass nichts mehr ist wie es mal war … und dass man vor allem nicht einfach so weitermachen kann - Waldsterben 2.0 … Beginn einer neuen Ära.
Diverse Käfer, Krankheiten und Prozesse zeigen außerplanmäßige und heftige Abläufe, die sich der Kontrolle entziehen und der Niedergang ist beängstigend. Zeitgleich kommen Belastungen durch interne Restrukturierung mit weiterer Personaleindampfung (Revier 2025) im Landesbetrieb HessenForst sowie die Kartellamtsforderungen mit partieller Auflösung des Einheitsforstamtes in Folge - Planungsunsicherheit und Umorganisation als permanenter Prozess. Schon die Erhöhung der Kostensätze für den von HessenForst betreuten Wald haben zuletzt reichliche Turbulenzen ausgelöst. Jetzt geht die Tendenz – verstärkt durch den kollabierenden Holzmarkt und unfassbar für viele - in den roten Bereich … monetär, natural und womöglich für unser höchstes Gut, den Wald selbst - der Alarmknopf ist gedrückt! Bei aller Tapferkeit und „Wirschaffendas“-Parolen ist jetzt eine Situation gekommen, in der man sich zu Recht fragt, schaffen wir das wirklich? Natürlich geht das Leben weiter, irgendwie. Die Frage ist wohl eher, WIE schaffen wir WAS? Nicht nur als Abarbeitungsprozess einer durch Kalamität freigesetzten Holzmasse, sondern wie werden wir unserer Verantwortung als „Hüter der Wälder“ gerecht im Angesicht des Klimawandels und einem Szenario von Zusammenbrüchen in vielen Bereichen und auf der ganzen Erde. Irritierend dabei ist, dass die Wahrnehmung dieser Katastrophe im Gegensatz zum Waldsterben 1.0 in den 80er Jahren heute in der Dramaturgie wesentlich heftiger, dafür aber in der Wahrnehmung und Bewertung der Gesellschaft vergleichsweise geringer ist. Auch sonst herrscht sprichwörtliches Schweigen im Walde … Patentrezepte ausgegangen. Ende mit Ökonomisierung und Prozessoptimierung. Dieser Zeitgeist hat uns an den Rand des Abgrunds gebracht und da wollen wir morgen keinen Schritt weiter sein! Guter Rat ist teuer, Orientierung und Neuausrichtung stehen an. Die Sichtbarwerdung des Klimawandels im Wald mag dabei die Speerspitze eines viel größeren Wandels sein, der sich un-bremsbar vollzieht mit unmittelbaren Folgen für unser ganzes Leben und das unserer Kinder und der Nachwelt.
Trotz allem oder gerade inmitten dieser problematischen Situation können wir uns im Wald trotz aller Schmerzen glücklich schätzen, mit allen Sinnen ganz dicht dran zu sein an den laufenden Prozessen. Da sind sie spürbar und die Zusammenhänge am ehesten erfahr- und greifbar. In diesem Erkennen kommt uns eine besondere Verantwortung zu. Das ist eine Herausforderung und Chance, in dieser Krise die Carlowitz´sche Nachhaltigkeit 1.0 mit späteren Upgrades nun noch einmal auf eine höhere Ebene zu transformieren! Nachhaltigkeit 2.0 !
Mut gibt ein Zitat aus dem Essay des renommierten Wirtschaftsmagazin brandeins (Juli 2019) mit dem Schwerpunkt „Komplexität“ und der Überschrift „Förster, die Helden der neuen Arbeit“: „Im Förster manifestiert sich die wahre Leitfigur unserer Wissensgesellschaft. … „Um Wissen produktiv zu machen, müssen wir lernen sowohl den Wald als auch den einzelnen Baum zu sehen. Wir müssen lernen Zusammenhänge herzustellen.“ Statt des Jägerlateins der Industriegesellschaft, die nur ein größer-höher-weiter kennt, setzt diese Försterweisheit auf Verstand und nachhaltiges Denken. Sie hilft uns dabei zu verstehen, wie wir aus einem Problem – der Komplexität – eine Lösung machen, eine Wissensgesellschaft.“
Diesem seltenen Adelsschlag als Zuruf aus dem gesellschaftlichen, sogar ökonomischen Diskurs, wollen wir gern gerecht werden!
Die Naturgemäße Waldwirtschaft ist eine tragfähige und dauerhaft geeignete Waldphilosophie, handwerklich fundiert, empirisch reichhaltig gegründet und wissenschaftlich als zukunftsfähiges Konzept gewürdigt. In ihrer adaptiven Herangehensweise ist sie bestens geeignet für künftiges Waldwandeln.

Fundamental ist immer wider die konsequente Grundhaltung einer ganzheitlichen Betrachtung des Waldes als dauerhaftes, vielgestaltiges und dynamisches Ökosystem!
Das Gebot der Stunde ist demzufolge die Walderhaltung, die Förderung von Vitalität und Widerstandskraft und damit der Schutz aller Ökosystemdienstleistungen: Wasser, Boden, Artenvielfalt, CO2-Bindung, Erholung. Die Einnahmefunktion und die Holzproduktion stehen – und so ist es auch in der neuen RiBeS formuliert – erst NACH den Erfordernissen des Klimaschutzes und dem Schutz der Biodiversität sowie aller weiteren Schutzfunktionen.

Denkt man an die Grundsätze der Naturgemäßen Waldwirtschaft als tragende Säulen, so steht an erster Stelle die STETIGKEIT. Den Faden der Energieflüsse nicht abreißen zu lassen mit den Vorteilen der selbstverstärkenden Synergieeffekte, das ist unser Kapital. Denn Holz wächst an Holz und Wald wächst am besten im Wald. Mäßige Eingriffe in am Waldwachstum angepassten Zeitin-tervallen bedeutet in einem kranken Wald vor allem nach dem Vorsorge- und Vorsichtsprinzip zu handeln. Wo der Zerstörungsgrad zu Unterbrechung und Verlust des Schirmes geführt hat, gilt es, baldmöglichst wieder Verhältnisse zu entwickeln, unter denen Bäume den Boden bedecken, ihn durchwurzeln, Stickstoff binden und mit dem Pionierwald einen Neubeginn starten. Ein Hauptmerkmal der Naturgemäßen Waldwirtschaft ist es Geduld zu kultivieren. Immer wieder hat es sich gezeigt – und es gibt viele beeindruckende Waldbilder dazu -, dass Ruhe und Geduld verbunden mit genauer Beobachtung und ggf. von gezielten Pflegeeingriffen flankiert, zu mehr Natürlichkeit und weniger Aufwand führt. Insbesondere unsere Ideen von Wiederbewaldung müssen das Potential der natürlichen Verjüngung als „Evolution life“-Prozess und den Pionierwald integrieren! Pionierwald ist aus naturschutzfachlicher Sicht ein sehr wertvoller Teil der Waldsukzession, bringt Ruhe an den Boden durch Bindung der explosiven Stickstofffreisetzung und bildet zeitnah wieder ein Waldinnenklima, das den Wald erst zum Wald macht. Birke, Eberesche und Erle kann man wie alle „Hauptbaumarten“ nach Auslesekriterien pflegen wie auch die ökologisch und besonders für Insekten wertvolle Weide gezielt einbinden. Schon nach vergleichsweise wenigen Jahren ist es möglich, unter dem jungen Schirm weitere Baumarten wie Weißtanne, Ahorn, Buche u.a.m. einzubringen, bzw. einlaufende Naturverjüngung aufzunehmen. Pionierbaumarten und ihre Ausbildung von Vorwäldern sind eine gute Möglichkeit natürliche Prozesse zuzulassen, Kosten und Aufwand zu sparen, Zeit zu gewinnen und Optionen zu nutzen.
Das Dauerthema im Dauerwald, der Wildverbiss durch zu hohe und damit waldschädliche Wildbestände, darf dabei nicht unerwähnt bleiben, weil er von existentieller Bedeutung ist! Ohne die konsequente Bejagung in dienender Funktion für den Wald wird der so dringend zu entwickelnde Mischwald im Zeitfenster der kommenden Jahre wahrscheinlich gar nicht oder nur mit Einschränkung und unvertretbar hohen Kosten gelingen.

Die SCHIRMHALTUNG ist ein weiterer unserer Grundsätze. Der permanente Schirm ist die Haupteigenschaft eines Dauerwaldes. Der Schirm von alten oder älteren Bäumen, schützt, schichtet und selektiert. Mit und unter ihm können sich der demographisch notwendige Nachwuchs und die Naturverjüngung für einen ungleichaltrigen und vertikal strukturierten Wald in wechselnden Mosaiken von „licht und dicht“ entwickeln. Insbesondere die „dünnhäutige“ Buche ist betroffen, wenn sie infolge schneller Hauptnutzungen „entschirmt“ und freigestellt der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist und abstirbt. Die Systematik von Vorratsaufbau in der < 100jährigen Buche mit nachfolgendem und teilweise radikalem Vorratsabbau in der Hauptnutzung (alters- und nicht durchmesserbezogen) sollte bald der Vergangenheit angehören, damit das Tor in den Dauerwald geöffnet wird. Der Buchenwald ist für viele Regionen in Hessen, in „Buchonia“ nichts Außergewöhnliches. Global gesehen haben Buchenwaldgesellschaften jedoch Seltenheitswert und sind folglich besonders schützenswert. Als Schlussbaumart braucht die Buche den Schirm am nötigsten, um das kühle und luftfeuchte Waldklima für sich zu erhalten. Das gilt es jetzt mehr denn je zu beachten, indem je nach Mortalität infolge der aktuell so genannten „Vitalitätsschwäche“ der Buche weitere Nutzungen konsequent zurückgestellt werden.
Die Probleme am Holzmarkt und der Preisbildung, die wegen zu viel oder zu wenig Holz entstehen, können wir aus dem Wald heraus nicht mehr steuern – das sagt der Begriff „Kalamität“ ja schon. Planbares Handeln ist derzeit perdu und unsere allererste Aufgabe ist es, den Wald in allen er-forderlichen Aspekten zu schützen! Ein Wald lässt nicht mit sich verhandeln.

Die MISCHUNG macht´s! Das ist ein starkes Prinzip mit Allgemeingültigkeitscharakter.
Vorrangig ist immer wieder die Förderung der (standortangepassten) Mischung, ggf. auch nach den Kriterien „Seltenheit vor Schönheit“ und unabhängig von Vorratserwartungen. Der gemischte Wald braucht überall Mutterbäume als Zukunftsoptionen für Naturverjüngung. Dazu braucht es initiale und anreichernde Pflanzungen für den gemischten Zukunftswald. Der verantwortliche Umgang mit neuen Baumarten, die infolge der Standortsverschiebung zum Wärmeren und Trockeneren eine gewisse Eignung erwarten lassen, ist selbstverständlich. In Beimischungen ist es wohl vernünftig und wichtig, sich vorsichtig und prüfend an die gebotenen Möglichkeiten heranzutasten. Passende Herkünfte und genetische Veranlagung sind immer ein unbedingt zu beachtendes Kriterium. Mit dem Ziel eines alters- und artengemischten Dauerwaldes gilt wieder: Entscheidend ist die Erreichung einer für diesen Zukunftswald tragfähigen Wilddichte!!! Die vielen Freiflächen mit ihrem reichen Nahrungsangebot und Deckung bieten dem Wild optimale Lebensbedingungen. Die daraus resultierende erhöhte Wilddichte legt es nahe, das Spannungsfeld Wald und Wild hier und heute besonders nachdrücklich in den Fokus zu nehmen. Denn die Jagd hat eine dienende Funktion für den Wald und mehr noch für das Gelingen des Waldumbaus. Dringend müssen für eine verantwortliche Bejagung die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter angepasst werden. Die Synchronisierung der Jagdzeiten in ausreichenden Zeitfenstern sowie der Verzicht auf Abschusspläne für Rehwild sind zwei wichtige Forderungen, die die Effizienz der Jagd wesentlich verbessern können. Die professionelle Jagdausübung in ihrer Bedeutung als aktiver Waldbau und Bedingung für Vielfalt in der Kraut-, Strauch- und Baumschicht mit Folgewirkungen auf Fauna und Böden muss als Arbeitszeit Anerkennung finden. Ebenso gilt die Empfehlung für das verpachtete Jagdrecht, finanzielle Anreize zu schaffen und günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Jägerschaft zu motivieren und als Partner in Waldverantwortung mit auf den Weg zu nehmen.

Zuletzt folgt buchstäblich auf Schritt und Tritt der Grundsatz der Einzelbaumwirtschaft, bzw. das kleinflächig und situativ angepasste Handeln gemäß dem „eisernen Gesetz des Standörtlichen“ im Gegensatz zu flächenbezogenen Lösungen und Maßnahmen. Das kollidiert naturgemäß mit dem Streben nach Rationalisierung durch Mechanisierung, Automatisierung und Homogenisierung, was in der Folge zum Gegenteil von Mischung und Vielfalt führt. Natürlich macht ein gemischter und strukturierter Wald Mühe. Der Preis für den Mehraufwand ist aber nicht verhandelbar! Ein artenreicher, gemischter, naturnaher und strukturreicher Wald, der die sogenannten Ökosystemdienstleistungen optimal erbringen kann, schlägt sich nicht nur in Holzpreisen und naturaler Holzbereitstellung nieder. Holz ist die Frucht des Waldes. Es zu ernten mit der Haltung, das „Waldwesen“, wie Möller es ausdrückte, zu bewahren, ist unsere größte Verantwortung, besonders heute unter den schwierigen Umständen des Kontrollverlustes.

Mehr oder Weniger und von Was?
Das alles – Grundsätze und was man noch alles machen soll – hört sich möglicherweise nach Viel und nach Mehr an … das, was man gerade nicht braucht. Dabei stehen die Grundsätze der Naturgemäßen Waldwirtschaft für Einfachheit. Einfachheit in der adaptiven Umsetzung und Extensivierung vieler Prozesse zu Gunsten eines Mehr an Natürlichkeit. Wir können im Wald nur mit der Schärfe der Unschärfe arbeiten. Deshalb konzentrieren wir uns auf das belastbar Wirtschaftliche und üben uns ansonsten im Lassen. In der momentanen Situation heißt das, Kalamitätsholz teil-weise im Wald zu lassen, nur extrem eingeschränkt Pestizide einzusetzen und Pionierwald zuzu-lassen.
Intensiver zum Tragen kommt allein die Präsenz auf der Fläche mit dem Anspruch, waldbauliche Entscheidungen und das Auszeichnen der Bestände einzelsituativ angemessen, fachlich fundiert und mit örtlicher Erfahrung in mäßigen Eingriffen regelmäßigen Intervallen zu realisieren. Diese Tätigkeit repräsentiert ja die Qualifikation, den Kern und tieferen Sinn der Arbeit von Forstleuten im Revier. Zuletzt ist es aber Ausdruck des Waldbesitzers, wie und mit welcher Intensität ein Wald bewirtschaftet wird. Wenn der Waldbesitzer am Personal spart und damit die Präsenz auf der Fläche senkt, dann bleibt zwangsläufig mehr auf der Strecke. Prozesse werden dagegen steuernd vermeintlich optimiert, bürokratisiert und gleichgeschaltet, was dem Wald nicht immer zuträglich ist … man denke allein an die Ausschreibungen.

Im LASSEN LENKEN LERNEN liegt ein gewisses Potential zum Luftholen.
Das Lassen hat seinen Niederschlag in der Idee, natürliche Prozesse und die natürlichen Energie-flüsse des Ökosystems so weit wie möglich zuzulassen, um sie im LENKEN durch gezielten Pflegemaßnahmen flankiert in die betrieblichen Zielsetzungen einzubinden – so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Gerade in diesen Tagen bedeutet das, in den Zusammenbrüchen die große Energie des Wandels zu erkennen und sich nicht sinnlos dagegenzustemmen, sondern mit zu gehen und Voraussetzungen zu begünstigen, die eine Wiederbewaldung oder die Chancen auf Gesundung verbessern. Mehr geht nicht. Und da zeigt sich, wie wenig wir der Natur, die ja mehr Mitwelt als Umwelt ist, entgegenzusetzen haben, wenn sich die Dinge überraschend zu unseren Ungunsten entwickeln. Die Fichte ist die Verliererin des Klimawandels, das wissen wir nicht erst seit gestern. Wie soll man in Zeiten von Insektensterben umfangreichen Einsatz diverser Insektizide erklären, die am Ende den Zusammenbruch nicht aufhalten? Auch in der Hektik um den letzten unverkaufbaren Festmeter und im Kleinklein den Überblick über das Ganze zu verlieren, kann keinen Sinn ergeben. Wir selbst sind verantwortlich für neue und tragfähige Waldvisionen. Und solche Visionen sind kein bisschen krank, sondern das einzige, was gesund ist – für uns selbst und für den Wald. Deshalb ist das LERNEN am elementarsten. Die Ruhe, die Beobachtung, das um-, neu- und überhaupt und mutig selber denken – nur das bringt uns jetzt weiter. So ist auch Möllers Dauerwaldidee entstanden. Die Zeit drängt und jede und jeder ist aufgerufen, sich in diesen Prozess zu begeben – mutig, gelassen, inspiriert. Es gibt gerade niemanden sonst, der weiß wie´s geht.

Seit der Untersuchung des Clusters Forst und Holz wissen wir, dass pro 100 Efm Holz ein Arbeitsplatz entsteht im weiteren Verarbeitungsprozess. Aus dieser Mitverantwortung resultierte ein gewisser Druck auf die ausreichende Bereitstellung des Rohstoffes Holz in vergangener Zeit. Das ist Volkswirtschaft. Dass dagegen die Ökosystemdienstleistungen des Waldes bis heute nur gelegentlich und dann sehr emotional Erwähnung finden, es aber keine ernsthafte Bewertung darüberhinaus gibt, ist ein Armutszeugnis schon seit langem und das Ergebnis einer Politik, die den Wald als Geschäftsmodell begriffen und in einen entsprechenden Kontext eingebunden hat.
Von den Forstbetrieben wird selbstverständlich erwartet, dass sie Reinerträge erwirtschaften und die sogenannten „Wohlfahrtswirkungen“ aus höheren Weihen umsonst mit einspeisen. In der Landwirtschaft ist die Logik komplett umgekehrt. Wegen des volkswirtschaftlichen Nutzens zur gesicherten Ernährung Europas gibt es eine flächenbezogene Grundsicherung. Ob es nun darum oder um die Bewertung von Wildschäden, um Erwartungen an die Ökosystemdienstleistungen für Wasser, Boden, Klima, Immissionsschutz, Tiergerechtigkeit u.a.m. geht – mit dem Schritt vom Feld in den Wald hat man praktisch den Planeten gewechselt. Es ist wohl an der Zeit, dass Gesellschaft und Politik diese logischen Brüche wahrnehmen und sich dem Wald gegenüber - in Hessen immerhin auf einer Landfläche von 42% – neu positioniert. Für den Wald und für uns müssen wir aktiv werden und uns Gehör verschaffen, Bescheidenheit war gestern. Es geht nicht primär um mehr Geld oder Lohn, sondern um Vorsorge und zukunftsfähige Organisation, es geht um mehr Wald. Denn: „Mehr Wald. Mehr Mensch.“ Präsenz, Kompetenz und Kontinuität auf der Fläche sind Schlüsselfaktoren, um den Anforderungen an einer naturnahen und naturgemäßen Waldwirtschaft gerecht zu werden. Auch in der Vergangenheit gab es Forstleute, die mit Mut und persönlicher Resilienz für die Idee des Dauerwaldes gestanden haben.

Die ANW als NGO, die seit 1950 für eine ökologische Waldwirtschaft steht, wird in diesem Sinne weiter engagiert und aktiv sein.
Wir bieten ein Forum, in dem die aktuellen Themen auf Exkursionen, Arbeitstreffen und Tagungen diskutiert werden, eine Plattform für den freien Diskurs, praxisnah und kollegial.
Aktives Mitgestalten durch Anregungen, Kommentare, Hinweise sind dabei immer erwünscht!

Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für Kraft, Mut und Zuversicht in der Krise,

Ihre Dagmar Löffler
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ANW HESSEN » Hinweis auf ANW-Exk.Rhld-Pfalz
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Hinweis auf ANW-Exk.Rhld-Pfalz
13.05.2019 - 19:11 von weisstanne


Exkursion zum Thema Weißtannen-Etablierung
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ANW HESSEN » Jahresbrief 2019
ANW HESSEN

Jahresbrief 2019
06.02.2019 - 19:53 von Stussy



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ANW HESSEN » Jahreshauptversammlung_2018_Neuer Vorstand
ANW HESSEN

Jahreshauptversammlung_2018_Neuer Vorstand
24.10.2018 - 19:23 von weisstanne


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ANW HESSEN » Hinweis auf ANW-Studienreise USA
ANW HESSEN

Hinweis auf ANW-Studienreise USA
18.06.2018 - 18:42 von weisstanne


Dr. Hermann Rodenkirchen
Tel. 07822-30417
E mail: dr.hermann.rodenkirchen@t-online.de


2. ANW-Studienreise in den USA im Juni 2019
Reiseprogramm: Kurzfassung (Stand Mai 2018)

Samstag 8. Juni 2019: individuelle Anreise + gemeinsamer Flug von Frankfurt mit Lufthansa nach Washington, DC (Dulles Int. Airport). Voraussichtliche Abflugzeit 10:30 Uhr, Ankunft: 13:15 Uhr Ortszeit.
Anschließend Fahrt mit einem Shuttlebus ins Hotel (Hotel im Stadtzentrum); am späten Nachmittag und Abend besteht die Möglichkeit zu einem Kurzbesuch der US-Hauptstadt.

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ANW HESSEN » Jahresbrief_2018
ANW HESSEN

Jahresbrief_2018
18.01.2018 - 10:53 von weisstanne





Definition Dauerwald

Der DAUERWALD
steht grundlegend für eine Waldgesinnung mit einer ganzheitlichen Betrachtung des Waldes als dauerhaftes, vielgestaltiges und dynamisches Ökosystem.
Aus dieser Haltung heraus gibt es handlungsleitende Grundsätze, die den Dauerwald mit seinen typischen Merkmalen als solchen entwickeln.

DAUERWALD ist

o ein dem Standort und der natürlichen Waldgesellschaft angepasster, gemischter, ungleichförmig strukturierter und ungleichaltriger Wald, in dem

o situativ und auf den Einzelbaum statt auf die Fläche bezogen die natürlichen Prozesse des Waldwachstums und der Walddynamik - der Regeneration, Mischung, Differenzierung und Strukturierung - beachtet und integriert werden,

o und dessen Vorrat sich durch den Prozess stetiger Eingriffe der Pflege und Ernte dauerhaft auf optimaler Höhe und in optimaler Verfassung und Qualität bewegt und in dem naturschutzfach-lich relevante Aspekte in Anerkennung der Systemstabilität weitestgehend beachtet und berücksichtigt werden.


Kennzeichen der Wirtschaft im Dauerwald sind:

 Dokumentation der Nachhaltigkeit (Vorrat / Struktur / Zuwachs / Nutzungspotential) durch geeignete Methoden der Waldinventur

 Die Schonung von Boden und Wasserhaushalt durch waldangepassten Technikeinsatz

 Natürliche Regeneration der Baum- Strauchschicht auf der ganzen Waldfläche durch die Entwicklung ökologisch und ökonomisch tragbarer Wilddichten

Der Dauerwald stellt unter ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit die „best practice“ einer Waldbewirtschaftung dar.
Ausreichendes und qualifiziertes Personal ist dabei eine entscheidende Größe, um aus einer ganzheitlichen Betrachtung in der Praxis DAUERWÄLDER entstehen zu lassen.





Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft www.anw-hessen.de

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